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Tutima Glashütte, seit 1927.

Werkstatt ·

Hommage: Drei Jahre, ein Klang

Drei Jahre Entwicklung. Klanggeometrie mit dem Institut für Musikinstrumentenbau der TU Dresden abgestimmt. Stunden auf Kammerton A (440 Hz). Minuten auf hohes C. Tonfedern am Gehäuse befestigt, nicht am Werk — ein Novum in der Uhrmacherei.

Hommage: Drei Jahre, ein Klang

Am 12. Mai 2011, in der renovierten Bahnmeisterei in Glashütte — dem ehemaligen Büro des Bahnmeisters, das Tutimas Heimat wurde — präsentierte Rolf Langs Team die Hommage Minutenrepetition.

Streng genommen war es die erste echte Glashütter Minutenrepetition. Frühere Repetierwerke, die im 18. und 19. Jahrhundert in der Stadt gebaut wurden, verwendeten stets zugekaufte Schweizer Ébauches aus dem Vallée de Joux. Der Mechanismus wurde anderswo entworfen und vor Ort fertiggestellt. Die Hommage war anders. Kaliber 800, über 550 Bauteile, wurde vollständig in Glashütte entwickelt und gefertigt.

Der Klang war der Zweck. Stunden ertönen in einem tieferen Ton, gestimmt auf Kammerton A bei 440 Hz. Minuten klingen höher auf hohem C, 264 Hz. Viertelstunden schlagen doppelt — tief, dann hoch. Man zählt die Schläge, um die Zeit zu wissen.

Tutimas Team arbeitete mit dem Institut für Musikinstrumentenbau der TU Dresden an der Optimierung der Klanggeometrie. Der entscheidende Unterschied: Tonfede am Gehäuse befestigt statt am Werk. Bei konventionellen Repetitionen sind die Klangfede auf der Werkplatte montiert. Der Ton muss durch das Werk, durch das Gehäuse und nach außen wandern. Jeder Übergang absorbiert Energie und dämpft den Klang. Durch die Befestigung direkt am Gehäuse wird das Gehäuse selbst zum Resonanzkörper. Der Klang projiziert nach außen, ohne Zwischenschichten zu durchqueren. Voller. Reicher. Lauter.

Ernst Kurtz, Tutimas Gründer, war überzeugter Anthroposoph und nahm nur Lehrlinge auf, die auch ein Musikinstrument spielten — oder zumindest bereit waren, eines zu le en. Der handgravierte Unruhkloben der Hommage trägt ein Notensymbol.

Das Werk misst 32 Millimeter im Durchmesser und 7,2 Millimeter in der Höhe. Dreiviertelplatine in Glashütter Tradition. 42 Steine, vier in Goldchatons. Handgravierter Unruhkloben. Breguet-Spirale. 65 Stunden Gangreserve. 21.600 Halbschwingungen pro Stunde.

Die Hommage war Dr. Ernst Kurtz gewidmet, der 1996 mit siebenundneunzig Jahren in Ganderkesee starb. Er erlebte die Rückkehr nach Glashütte nicht mehr. Er hörte nie die Minutenrepetition, die ihm Tribut zollt. Aber das Team, das er begründet hatte, baute sie — in der Stadt, in der er angefangen hatte.

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