PVD: Härter als Saphir
Stahl gehärtet auf 1.200 Vickers, dann PVD-beschichtet auf 2.000. Ohne die gehärtete Basis bricht die Beschichtung wie eine Eierschale auf weichem Brot.
Saphirglas misst auf der Vickers-Härteskala etwa 1.800. Es ist das zweithärteste transparente Material nach Diamant. Jeder e sthafte Uhrenhersteller verwendet es. Die meisten glauben, an einer Armbanduhr könne nichts härter sein.
2023 brachte Tutima die M2 Seven Seas S Black Limited Edition (Ref. 6156-13) heraus — ein Gehäuse, das die Saphirhärte übertrifft. Das Verfahren: Edelstahl wird zunächst auf 1.200 Vickers gehärtet, dann mit schwarzem PVD (Physical Vapor Deposition) auf 2.000 Vickers beschichtet. 250 Stück.
Die Reihenfolge ist entscheidend. PVD-Beschichtung allein — auf Standard-Stahl aufgetragen — erzeugt eine spröde Schale über einem weichen Untergrund. Bei ausreichend Druck beult sie ein, die Beschichtung bricht wie eine Eierschale auf weichem Brot. Die äußere Schicht ist hart, hat aber keinen Widerstand unter sich.
Tutimas Ansatz härtet den Stahl zuerst. Das Gehäuse durchläuft einen proprietären Härtungsprozess auf 1.200 Vickers — bereits ein Vielfaches härter als Standard-316L-Edelstahl mit etwa 200 Vickers. Erst dann wird die PVD-Schicht aufgetragen. Das Ergebnis: eine Beschichtung auf einem Fundament, das fast ebenso hart ist wie sie selbst. Kein Eierschalen-Problem.
Die Seven Seas S Black trägt dieses gehärtete Gehäuse in 40 Millimete mit Keramik-Lünette und Null-Markierung. Im Inneren treibt das automatische Tutima-Kaliber 330 mit Tutima-Goldsiegel eine Datumsanzeige bei 6 Uhr an. Super-LumiNova-Zeiger und -Indizes. Druckgeprüft auf 50 Atmosphären — 500 Meter. Das Bikomponenten-Band verbindet imprägniertes wasserbeständiges Leder außen mit Gummi-Innenseite.
Die Zahlen: 200 Vickers für Standard-Uhren-Stahl. 1.200 nach dem Härten. 2.000 nach PVD. 1.800 für Saphir. Das Gehäuse ist härter als das Glas, das das Zifferblatt schützt. Das ist kein Marketing-Claim. Es ist eine Messung.